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Autos fahren ferngesteuert über das Internet

Spätestens seit dem Erfolg von Tesla hat wohl jeder schon einmal von Autonomen fahren gehört. Bis wir die komplett selbständig fahrenden Fahrzeuge auf unseren Straßen sehen, müssen noch einige technische und rechtliche Probleme aus dem Weg geräumt werden.
Daher arbeitet eine Software Firma aus München derzeit an einer Technologie, welche eine Zwischenschritt zum autonomen Fahren darstellen soll.

 

Wir sind auf der Hannover Messe. Am Rande einer Teststrecke auf dem Freigelände steht ein schwarzer BMW I3 mit Antennen auf dem Dach. Das Auto gehört der Objective Software GmbH. Ich erfahre, dass das Auto von dem Objective Messestand auf der anderen Seite des Messegeländes gesteuert wird.

Autos durch den Verkehr navigieren am Computer

 

Die angewendete Technik nennt sich teleoperiertes Fahren. Der Fahrer sitzt in einer Steuerungszentrale an einem Computer mit einem Lenkrad und Steuerungspedalen wie man sie auch von Simulationsspielen kennt. Zwischen der Zentrale und dem Auto besteht eine Datenverbindung über Funknetzwerke wie z.B den LTE Mobilfunk. Über diese Verbindung sendet das Fahrzeug vereinfacht gesagt ein Livebild der Umgebung, GPS Koordinaten und Umgebungsdaten. Anhand dieser Daten erhält die Person in der Zentrale eine Orientierung und kann dann Steuerungssignale an das Fahrzeug senden.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

 

Auf dem ersten Blick fallen viele Vorteile des autonomen fahrens weg, wenn immer noch eine reale Person zu steuern der Fahrzeuge benötigt wird, so bleibt z.B der Risikofaktor Mensch oder der Personalaufwand. Dass die Technik allerdings trotzdem eine Zeit- und Kostenersparnis mit sich bringt erklären die Vertreter von Objective anhand einiger denkbaren Praxis-Beispielen. So könnten z.B Carsharing Anbieter ihre Autos um-positionieren ohne den Fahrer vorher aufwendig zu dem Fahrzeug transportieren zu müssen. Einen weiteren Einsatztort sieht Objective auf Baustellen. Dort brauche man den ganzen Tag lang einen Kranführer, obwohl dieser nur wenige Male für kurze Zeit benötigt wird. Mit dem teleoperierten Fahren könnte man zwischen den Baustellen hin und her schalten und würde das Personal damit effektiver einsetzen.

Sicherheit spielt eine GROßeRolle

Bei solch hochtechnisierten Fahrzeugen hat die Absicherung vor Missbrauch eine sehr hohe Relevanz. Nicht vorzustellen was Passieren würde, wenn sich unbefugte zugriff verschaffen würden und gegen einen Baum oder sogar in eine Menschenansammlung steuern würde. Um dies zu verhindern arbeitet Objective mit dem IT-Sicherheitsunternehmen TrendMicro zusammen.
TrendMicro entwickelt Algorithmen, die den Datenverkehr überwachen. Sollte der Algorithmus auffällige Kommunikation feststellen würde diese zunächst blockiert, erklärt Uwe Schneider von TrendMicro. Diese Gefahren könnten allerdings bei allen Fahrzeugen mit Netzanbindung  auftreten, weshalb es wichtig sei schon in der Entwicklung wichtig sei diese Gefahren zu entschärfen so Schneider.

Namhafte Partner

 

Bei der Entwicklung und Erforschung der Technik arbeitet Objective neben TrendMicro auch mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone und dem Fahrzeughersteller BMW zusammen. Vodafone stellt z.B das Mobilfunknetz welches zur Steuerung benutzt wird. Für BMW entwickelt Objective die Codebasis für zukünftige Fahrzeuge, bei der auch das teleoperierte Fahren eine Rolle spielt.

Technik bereits funktionsfähig

 

Auf dem Testgelände fuhr das Testfahrzeug lediglich 7 Km/H, aber das das teleoperierte Fahren funktioniert laut Objective bereits jetzt schon bei schnelleren Geschwindigkeiten um die 50 Km/H. Derzeitig wird allerdings noch an der Verbesserung gearbeitet, so ist z.B eine 360° Katzenperspektive geplant, damit jeder Bereich rundum das Auto gesehen wird. Derzeit benötigt man für das fahren noch einen Sicherheitsfahrer, welcher bei Fehlern eingreifen könnte. Für das steuern ohne Sicherheitsfahrer müssten zunächst die Gesetzte angepasst werden. Bei Objective ist man sich sicher, dass es damit schon bald eine Vorstufe zum vollständigen autonomen fahren auf unseren Straßen geben wird.

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